Mal eben das Tesla-Logo auf dem Mond ausrollen

Es passiert immer wieder, dass wir mit unseren Ideen zeitlich etwas früh dran sind. In der Regel handelt es sich lediglich um zwei bis drei Jahre, so dass mit der Zeit dann oft doch noch eine Umsetzung erfolgen kann.

Beim letzten intensiven Blick in unser Archiv drängte sich ein weit über zehn Jahre altes Konzept in den Vordergrund, erarbeitet für eine der führenden deutschen Marketing-Agenturen. Leider erhielten wir damals, wenn man es positiv umschreiben möchte, eher verhalten Applaus für unsere Idee. Es  wurde nicht einmal gefragt, was denn die Umsetzung kosten würde…

Weltweite Werbemaßnahme für Volkswagen

Der Agenturkunde seinerzeit war Volkswagen, auf der Suche nach einer durchschlagenden Konzeption zur Einführung einer neuen Modelreihe, die laut Briefing „weltweite“ Beachtung erfahren sollte.

Gedanklich landeten wir recht schnell beim Mond, der von der Erde gut sichtbar ist, und uns Menschen wegen der gebundenen Rotation immer die gleiche Perspektive garantiert.

Ein Problem stellt, nicht nur wegen der Kabellängen von Mutter Erde bis zum Mond, die Stromversorgung vor Ort dar. Wir mussten also die komplette Installation mit erneuerbaren Energien versorgen, ausschließlich Solarenergie.

Auch die Temperaturschwankungen, die tagsüber auf bis 130°C steigen und in der Nacht auf maximal -160°C fallen, sollten bei der Material- und Personalauswahl beachtet werden.

Grundsätzlich kein Problem, da die Oberfläche des Mondes aus zahlreichen hellen (Terrae) und dunklen (Maria) Bereichen besteht. Besonders die Meere, die erstarrten Lavabecken, drängen sich wegen der relativ gleichmäßigen Oberfläche für eine Installation dieser Art geradezu auf.

Absorption und Reflexion

Die Darstellung eines von der Erde sichtbaren Firmenlogos kann in zwei Varianten erfolgen. Entweder mit dem Auslegen von schwarzen Stoffen (z.B. Bühnenmolton) in den hellen Bereichen, um die Sonneneinstrahlung zu absorbieren, alternativ mit Aluminiumfolie die ausgelegt auf den dunklen Flächen die Sonneneinstrahlung reflektiert. Beide Lösungsansätze erfordern keine externe Energieversorgung. Die Materialen sollten wegen des Transportweges möglichst leicht sein. Aufgrund der fehlenden Atmosphäre sind weiterhin keine Stabilisierungs- oder Sicherungsmaßnahmen wegen eventueller Windlasten erforderlich.

Das Tesla Motors-Logo im Mare Serenitatis

Unter Berücksichtigung der weltpolitischen und geografischen Lage halten wir das Mare Serenitatis, das „Meer der Heiterkeit“ für den idealen Ort für die Realisierung unserer  Konzeption. Der Durchmesser dieses Meeres bietet mit einem Durchmesser von ca. 700 km einen attraktiven Rahmen für das Tesla-Logo aus Aluminiumfolie.

Damit das Logo visuell „atmen“ kann, fällt dieses mit einer Versalhöhe von ca. 550 km etwas kleiner aus und entspricht ungefähr der Distanz Köln – Berlin.

Flächen- und Gewichtsdefinition

Das Tesla-Logo setzt sich aus zwei Flächenelementen zusammen. Beim oberen kleineren Segment errechnet sich ein Fläche von 14.577 km². Gemeinsam mit dem unteren Segment des Logos (57.133 km²) ergibt sich eine Gesamtfläche von ca. 71.711 km² um das Tesla-Logo in der visualisierten Größe sichtbar zu machen.

Eine herkömmliche Rolle Aluminiumfolie, wie in jedem Haushalt üblich, und leicht bei ALDI Süd erhältlich, bietet mit 30 cm Breite und einer Länge von 30 Metern bereits die erstaunliche Grundfläche von neun Quadratmetern.

Rein rechnerisch würde man demnach gute acht Milliarden Rollen Alufolie benötigen um das Vorhaben zu vollenden. Jede Einzelrolle wiegt 340 Gramm, womit sich ein Gesamtgewicht von 2.720.000 Tonnen errechnet.

Finale Ausarbeitung und unser leidiger 1er BMW

Gut, wir geben zu, dass hinsichtlich des zu transportierenden Gesamtgewichts unser Konzept derzeit noch nicht final ausgearbeitet ist. Sicherlich findet sich noch ein leichteres Material, und mit hoher Wahrscheinlichkeit muss die Installation nicht vollflächig ausgeführt werden sondern kann sich via Pixel-Clustern in der späteren Ansicht zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

Sollte Elon Musk dieses Papier zufällig auf den Tisch bekommen könnte man einen dieser derzeit sehr populären „Deals“ vereinbaren. Wenn wir bis Ende 2018 unser reserviertes Model 3 vor der Tür stehen haben um endlich unseren Diesel-BMW zu ersetzen, bekommt er das Konzept und die weitere Ausarbeitung geschenkt. #tesla #elonmusk

Bildnachweise:

Mondoberfläche | NASA
Köln-Panorama | Wikipedia
Logo Tesla | Wikipedia
Visualisierungen | Doreen Colling
Copyright | LightLife Gesellschaft für audiovisuelle Erlebnisse mbH

Vielen Dank an dieser Stelle an die Sternwarte Eberfing, die uns für die Erarbeitung dieser Konzeption zahlreiche wichtige Informationen zum Mond bereitstellte.

Über den Autor

Antonius Quodt ist der kreative Kopf und Geschäftsführer der LightLife Gesellschaft für audiovisuelle Erlebnisse mbH in Köln, Berlin und Wien.

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