Fraunhofer ILT + IPT Aachen | Netzwerke des Wissens

 


Ort: Fraunhofer Institute für Lasertechnik (ILT) + Produktionstechnologie (IPT) Aachen
realisiert 2014/15

Das architektonische Konzept gab für das ILT eine weiße und für das IPT eine schwarze, blickdichte Glasfassade vor. Die Größe der Glasflächen waren z.Zt. der Wettbewerbsausschreibung bereits festgelegt.

Die Idee

Zwei große Netzwerkzeichnungen sind in Richtung des neuen RWTH-Campus und entlang der Erschließungsachse als weithin sichtbares Erkennungsmerkmal in die beiden Glasfassaden integriert worden.
Die Zeichnungen werden durch Licht animiert und so zu einem lebendigen, sich ständig verändernden Bild – einem pulsierenden Organismus gleich. Die Impulse für diese Lichtszenen kommen direkt aus den Instituten und zwar dadurch, daß das Lichtsystem an das Intranet der Institute gekoppelt ist – die internen Aktivitäten werden in abstrahierter Form in der Fassade sichtbar gemacht.
Das Glas ist so bearbeitet, daß die Zeichnungen auch im hellen Tageslicht zu sehen sind und es zahlreiche interessante Ansichten gibt – immer wieder anders, je nach Wetterlage und Umgebungshelligkeit. Im weißen Glas des ILT erzeugen zusätzliche Spiegellinien bei Sonnenlichteinstrahlung Projektionen des Netzwerks in der Umgebung.
Die Zeichnungen tragen eine Handschrift, sind aber für jedes Haus institutsspezifisch unterschiedlich.
Das Kunstkonzept fokussiert die beiden Themen „Licht“ und „Netzwerk“, – für beide Institute gleichermaßen wichtig – die durch ihre vielfältigen Bedeutungsebenen und ihren hohen Abstraktionsgrad niemals Gefahr laufen, unzeitgemäß zu werden.

Die Leitbilder beider Institute zeigen, das der Begriff des Netzwerks als grundlegende Arbeitsstruktur innerhalb der Teams große Bedeutung hat. Das Bild des Netzwerks auf der Fassade ist also – ähnlich dem eines neuronalen Netzwerks – eine Abstraktion dieser inneren Struktur.
Licht ist nicht nur das ursprüngliche Fraunhofer-Thema, sondern für ILT und IPT ein Kernthema – sehr offensichtlich im Institut für Lasertechnik , aber auch im IPT, wo mit Lasern optische Bauteile wie bspw. Linsen hergestellt werden.
Die Form der Netzwerklinien leitet sich beim ILT aus dem geraden Verlauf des Laserlichts, beim IPT aus den kreisenden Bewegungen von Abtragungs- und Schleifprozessen ab.

Weitere Angaben:

2 Netzwerkzeichnungen, in opaken Glasflächen, je nach Umgebungshelligkeit sichtbar durch Sandstrahlung und Spiegellinien oder durch ein hinterleuchtendes LED-Lichtsystem (gesteuert durch die Impulse aus den Intranets der Institute)

Maße:
schwarze Fassade IPT: H 5,46 m / B 23,76 m
weiße Fassade ILT: H 3,72 m / B 15,04 m

Lichtfarbe ILT: Rot
Lichtfarbe IPT: weiß/grün/blau, langsam wechselnd

© Annette Sauermann

Text: Annette Sauermann
Photos: Annette Sauermann

Auftraggeber
Annette Sauermann

Idee/Konzept
Annette Sauermann

Architektur
JSWD Architekten, Köln

Bauherr
Fraunhofer-Gesellschaft, München

Glasbau
Glashandel Pritz GmbH, Engelskirchen | Michael Pritz, Klaus Weber

Technische Planung und Inbetriebnahme
LightLife Gesellschaft für audiovisuelle Erlebnisse mbH, Köln | Lukas Gössling, Ilja Meln, Alexander Rott, Marius Berkhahn und Florian Kick

Programmierung der Lichtszenen
LightLife Gesellschaft für audiovisuelle Erlebnisse mbH, Köln | Lukas Gössling, Ilja Meln und Alexander Rott

Photos
Annette Sauermann

Technik IPT
– 13 Stk. Butler S2
– 120 Stk. Traxon Dot String (3840 Pixel, Pixelabstand ca. 62,5 mm)

Technik ILT
– 10 Stk. Butler S2
– 90 Stk. Traxon Dot String (2880 Pixel, Pixelabstand ca. 62,5 mm)

 

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