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power glass® – Revolution in Glas

Fassadengestaltung mit neuartiger Glas-/Licht-Technologie

(aus Licht 1/2,2002)

Eine neue Glastechnologie könnte die lichttechnische Gestaltung von transluzenten Wänden bis hin zu kompletten Glasfassaden revolutionieren. Ein Bericht über bereits realisierte Anwendungen und geplante Vorhaben mit diesem neuen Werkstoff

Die Funktion des Werkstoffes Glas beschränkt sich auf seit einiger Zeit nicht mehr nur auf die Füllung von Fenstern und Türen. Der Werkstoff Glas ist zu einem festen Bestandteil der aktuellen Architektur geworden. Ein Baustoff mit vielfältigen Getsaltungsmöglichkeiten und definierbaren statischen Eigenschaften. So entstehen heute komplette Fassaden aus Stahl und Glas mit Ihren unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.

Licht und Glas

Ein wesentlicher Nachteil moderner Glasfassaden wird in den Abendstunden ersichtlich. Glasfassaden lassen sich nur schwer beleuchten oder durch Licht inszenieren. Die vielen Vorteile, die eine Glasfassade am Tage zeigt, verblassen in den Abendstunden. Und dies in einer Zeit, in der Architekturbeleuchtung immer mehr an Bedeutung gewinnt, und diese zu einem wesentlichen Bestandteil der modernen Architektur geworden ist. Glas lässt sich, wie Wasser, begründet durch den geringen Reflexionsgrad, nicht beleuchten. Das was das menschliche Auge als sichtbares Licht wahrnimmt, sind elektromagnetische Wellen, die vom Auge und dem Gehirn als Farbe und Helligkeit interpretiert werden. Betrachtet der Mensch als zum Beispiel einen roten Gegenstand, so reflektiert die Oberfläche dieses Gegenstandes einige Wellenlängen des einfallenden Lichtes in das menschliche Auge, wo diese vom Gehrin als Farbe "Rot" interpretiert werden. Der Grund, weswegen der Mensch den Gegenstand als roten Gegenstand wahrnimmt ist als mit der Reflexion definierter Wellenlängen begründet. Der Werkstoff Glas definiert sich unter andrem durch einen möglichst geringen Reflexionsgrad, um die Transparenz zu gewährleisten. Wenn Glas beleuchtet werden soll, muß also eine zusätzliche Reflexionsebene geschaffen werden. Dies kann durch Nebel oder eine Satinierung des Glases erreicht werden, jedoch mit dem Nachteil, das dieses Glas nun nicht mehr transparent ist.

Fassadenbeleuchtung

Das Problem moderne Glasfassaden zu inszenieren ist vielschichtig. Zum einen soll die Architektur in den Abendstunden hervorgehoben werden, zum anderen sollen die in den Gebäuden tätigen Menschen nicht durch die Beleuchtung beeinträchtigt, oder gar gestört werden. Weiterhin kann die Lichtgestaltung einer Glasfassade sehr zu Ihrem Nachteil beeinträchtigt werden wenn nachts in einem Hochhaus einzelne Büroetagen illuminiert bleiben.

Ein weiterer Aspekt der Fassadenbeleuchtung resultiert erneut aus dem Aufnahmevermögen des menschlichen Sehprozesses. Der Mensch nimmt Licht intensiver wahr, wenn er direkten Blickkontakt in die jeweiligen Lichtquellen erhält. Dies ist mit ein Grund für die Verbreitung der allgemein bekannten "Neon-Leuchtwerbung". Illuminiertes Neonglas gehört zu den wenigen Lichtquellen in die der Mensch direkt hineinschauen kann ohne geblendet zu werden. Diesen Vorteil des "blendfreien Lichtes" birgt auch die heutige LED-Technologie in sich. Hinsichtlich Energiebedarf, Leuchtmittellebensdauer und Farbvielfalt ersetzt die LED-Technologie zunehmend die "Neonröhren" in Lichtwerbeanlagen. Ein wesentlicher Vorteil bei dieser Technologie ist die Spannungsversorgung auf Niedervoltbasis, womit die Hochspannungsversorgung von Lichtwerbeanlagen mit bis zu mehren tausend Volt vollständig entfallen kann.

power glass®

Eine Art "Revolution" ist der Firma Glas-Platz gelungen. Dort wurde erstmals Glas- und LED-Technologie miteinander kombiniert. Wesentliches Merkmal der neuen Technologie ist die transparente Spannungszuführung zu den einzelnen Leuchtdioden. Das weltweit patentierte Verfahren basiert auf einer Art "transparenten Leiterplatte", ähnlich den Platinen in einem Fernsehgerät. Im Unterschied zu herkömmlichen Platinen wird beim power glass® das Leiterbahnlayout auf ein Trägerglas aufgebracht. Diese metallische und elektrisch leitende Schicht ist so dünn, das Sie vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen wird. Im nächsten Arbeitsgang werden die beidseitig abstrahlenden Leuchtdioden via Bestückungsautomat auf dem Trägerglas positioniert. Im letzen Arbeitsgang wird eine zweite Glasplatte auf der Bestückungsseite der Trägerplatte fixiert und das Ganze vergossen um es vor äußeren Einflüssen zu schützen. Für den Betrachter entsteht der Eindruck, die einzelnen LED´s leuchten ohne jede elektrische Verbindung. Dieses Verfahren eröffnet völlig neue Möglichkeiten im Design von Leuchten oder gläsernen Fassaden. Lästige Kabel entfallen, die Zuleitung bis zum Glas kann in der mechanischen Befestigung der Gläser untergebracht werden. Als Standardanwendung liefert Glas-Platz bereits gläserne Trennwände für Büroräume oder Treppenhäuser, deren völlige Transparenz durch eine filligrane, beidseitig leuchtende LED-Linie zusätzlich akzentuiert wird.

Programmierbares power glass®

Zusätzlichen Reiz gewinnt die neue Glastechnologie durch die Programmmierbarkeit der Einzelnen, in das Glas eingebrachten Leuchtdioden. Die Kölner Firma LightLife, die im Feld der Architekturbeleuchtung auf beachtliche Referenzen verweisen kann hat bereits erste Anwendungen mit der neuen Technik realisiert. Auf dem Messestand der Autostadt GmbH auf der diesjährigen IAA in Frankfurt (Gesamtkonzeption: 3deluxe, Wiesbaden) konnten sich die Besucher auf großzügigen Sitzmöbeln entspannen. Zwischen den Möbeln waren Glastische integriert, deren Tischplatten aus steuerbarem power glass® gefertigt waren. Zusätzlich wurde ein Sensor in die Tischplatten eingebracht. Ließen die Besucher sich nun in einem der Sitzmöbel nieder leuchtete zunächst die komplette Tischplatte. Sobald die Besucher zum Beispiel Ihre Hand auf die Tischplatte legten, begann ein Lichtspiel der Led´s in der Tischplatte, die Sitzmöbel begannen den jeweiligen Besucher zu massieren und zusätzlich berieselten motorgesteuerte Lautsprecher den Sitzplatz mit einer eigens dafür komponierten Klangcollage (Komponist: Hagü Schmitz). Weitere Anwendungen der steuerbaren Glastechnologie sieht Antonius Quodt (LightLife, Köln) im Bereich der Fassadengestaltung, gerade bei Fassaden aus Stahl und Glas. In Planung befindet sich gerade ein mehrstöckiges Hochhaus mit doppelter Glasfassade. Gemäß dem aktuellen Planungsstand werden steuerbare Glaselemente in die Fassade eingebracht, über die sich Logos, Graphiken oder Texte auf die Fassade übertragen lassen. Zusätzlich soll eine Anbindung an das Internet erfolgen, womit ein einfaches Email einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnte. Die geplante Installation bietet dem späteren Betrachter Eindrücke, die mit den bisherigen Mitteln der Lichttechnik nicht realisiert werden konnten. So sind die abgebildeten Texte oder Logos auch im normalen Tageslicht sichtbar. Auch allabendlich beleuchtete Büroetagen können der Wirkung der Installation kaum etwas anhaben. Und die Menschen, welche zu später Stunde noch tätig sein müssen, bemerken die vorhandene Installation nicht einmal. Darüber hinaus eröffnet die Zukunft ungeahnte Möglichkeiten in der Gestaltung und Lichtwerbung, unter Anwendung der neuen Glastechnologie. Ein herkömmliches Fernsehbild besteht aus ca. 400 000 Pixeln, die sich jeweils durch einem roten, grünen, und blauem Leuchtpunkt definieren. Man stelle sich nun eine Glasfassade vor, deren Glaselemente mit RGB-Dioden bestückt wurden, die wiederum 400 000 Pixel bilden. Es entstünde der vermutlich größte Farbbildschirm der Welt, und die Menschen im Innern dieses Bildschirmes würden nicht einmal etwas bemerken.

 Weiter Informationen unter:

http://www.lightlife.de

Text: Lis Miebach, Hannah Vater
Fotos: 3 deluxe, Antonius Quodt

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Laufschriftanwendung mit power glass®

Für die Fachzeitschrift HIGHLIGHT wurde auf der diesjährigen light + building in Frankfurt erstmals eine Laufschrift mit der neuen Glastechnologie realisiert. Die Konstruktion auf einer Holzwand bestand aus 63 DMX-gesteuerten Glassegmenten und war über Notebook und Software frei programmierbar.

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Messestand mit HighLight-Schriftzug als Film (MPG)

Messestand mit LightLife-Schriftzug als Film (MPG)

Messestand mit Onlight-Schriftzug als Film (MPG)

Achtung, hier hört das Internet auf!